Karsten Reinert ist Manager Projects Accounting und arbeitet an der Schnittstelle von Buchhaltung und IT-nahen Projekten. Sein Team treibt Digitalisierung und KI in der Firmengruppe voran und begleitet internationale Software-Rollouts.
Im X-Mentoring ging es für ihn um Persönlichkeitsbildung und mehr Sichtbarkeit im Unternehmen.
Ich war 2024 mehr oder minder Führungskraft. Es entwickelte sich gerade, dass ich meinen ersten Mitarbeiter bekommen sollte. Meine Tätigkeit war bis dahin eher ein interner Service. Ich war der Nerd, der für alle gute Sachen macht. Wenn in meinem Bereich alles stabil lief, fiel die Arbeit dahinter kaum auf. Um mehr Wertschätzung und Einfluss zu bekommen, musste ich selbst sichtbarer werden.
Ein klassisches Training bezieht sich in der Regel auf ein bestimmtes Ziel. Dort werden theoretische Grundlagen gelehrt und vielleicht geübt. Zum Beispiel das Thema Gesprächsführung. Da bekomme ich als Handout eine Checkliste im Kopf. Wenn ich aber in der Alltagssituation nur abarbeite, ist es nicht authentisch. Im Mentoring konnte ich Dinge immer ausprobieren, bis sie zu mir passten und meinem intrinsischen Verhalten wurden.
Da fällt mir die Vorbereitung eines internationalen Workshops mit Finanzführungskräften ein. Inhaltlich wusste ich, was ich verwenden wollte. Aber mir war aber nicht klar, wie ich den Workshop durchführen sollte, damit hinterher ein belastbares Ergebnis herauskommt. Meine Mentorin riet mir, es mit Umfragen, die hinterher konsolidiert werden konnten, interaktiv zu gestalten.
Der Austausch mit den anderen Mentees war wichtig. Es gab eine eigene WhatsApp-Gruppe, und wir dort haben wir uns zu konkreten Problemen ausgetausch. Bei einer kollegialen Fallberatung schilderte jemand ein Thema, die Gruppe stellte Rückfragen und diskutierte mögliche Sichtweisen. Dadurch bekam ich neue Perspektiven auf andere Gedanken- und Unternehmenswelten.
Ein Mentee muss es wirklich wollen. Es braucht Verbindlichkeit. Dazu gehört für mich auch, an den Seminarterminen teilzunehmen und das Programm ernst zu nehmen. Außerdem sollte man bereit sein, sich mit sich selbst oder einem konkreten Problem zu beschäftigen. Man muss Spaß daran haben, sich weiterzuentwickeln. Wenn jemand sagt: „Ich finde mich total toll, besser geht es ohnehin nicht“, dann ist Mentoring vielleicht nicht das richtige Format.
Der übergreifende Austausch mit anderen Leuten, um persönlich weiterzukommen.