Stephanie Heib ist Vice President SAP SD Processes & Global Rollout und Prokuristin.
Sie verantwortet weltweite SAP-Rollouts und ist Process Ownerin Sales.
Ihre Laufbahn führte sie vom Personalbereich über multimediales Produktmarketing und Ländergruppenmanagement ins Prozessmanagement. Heute führt sie mehrere Teams und bringt einen breiten Blick auf Führung mit. Im X-Mentoring begleitet sie junge Führungskräfte offen, klar und wertschätzend.
2013 war ich selbst Mentee. Diese positive Erfahrung wollte ich weitergeben. Durch den Austausch mit meiner Mentorin habe ich gemerkt, dass vieles nicht so schlimm ist, wie man es im eigenen kleinen Kokon wahrnimmt. Ich habe Ruhe mitgenommen. Man muss nicht immer hektisch werden, sondern manchmal einfach abwarten.
Ein Führungsseminar ist oft auf zwei Tage komprimiert. Danach wird man wieder allein gelassen. Im Mentoring kann man sich über einen längeren Zeitraum ausprobieren. Ein Thema wird besprochen, bis zum nächsten Treffen getestet und dann wieder reflektiert. Im Mentoring entsteht ein Blick von außen, ohne Hierarchie und ohne Abhängigkeit. Genau deshalb ist ehrliches Feedback möglich.
Als Führungskraft muss man seinen Leuten etwas zutrauen und ihnen vertrauen, auch wenn ihr Weg zum Ziel ein anderer ist. Eine Führungskraft muss loslassen können und nicht Sicherheit im Mikromanagement suchen. Verlässlichkeit heißt für mich Klarheit. Meine Mitarbeitenden wissen, woran sie bei mir sind. Ich sage klar, wenn ich etwas nicht gut finde, und mache kein Schleifchen darum.
Eine Mentee war sehr schüchtern und stand meistens eher in der zweiten Reihe. Im Mentoring haben wir daran gearbeitet, dass sie mehr für sich und Ihre Themen einsteht. Ich sagte zu ihr: „Dein Kinofilm heißt ‚Sei mutig‘. Und als erstes bauen wir den Trailer, damit du dort hinkommst. Am Ende bekam Sie deutlich mehr Anerkennung in ihrer Rolle.
Das Mentoring sollte nicht nur von Seiten der Mentee, sondern auch des Unternehmens ein klares Ziel haben. Die Mentees sollten Eigenantrieb und Lust auf Entwicklung mitbringen. Sie sollten denken: „Genau das hat mir gefehlt. Jetzt hole ich das Optimum für mich heraus.“
Das Programm ist eine tolle Erfahrung, bei der jüngere Führungskräfte von älteren und erfahreneren Führungskräften profitieren können.