Karsten Zygowski

Mentoring ist nachhaltige Entwicklung

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Karsten Zygowski ist seit 2003 Geschäftsführer eines IT-Systemhauses. Sein Unternehmen erbringt technische Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen und berät zu Informationssicherheit und Datenschutz.

Als Mentor im X-Mentoring Rhein-Ruhr begleitet er junge Führungskräfte bei konkreten Fragen aus dem Führungsalltag. Dabei geht es ihm nicht um fertige Lösungen, sondern um das, was in der jeweiligen Situation wirklich umsetzbar ist.

Welchen Tipp für die berufliche Laufbahn würdest du geben?

Versuche neue Dinge und experimentiere. Als Unternehmer sage ich immer: Man muss mehrere Dinge ausprobieren. Ein Teil funktioniert. Ein anderer Teil funktioniert nicht. Aus dem, was nicht funktioniert, muss man lernen. Wenn ich kontinuierlich nur meinen Stiefel herunterarbeite, ersticke ich Entwicklungen.

Deswegen: Mut zum Experimentieren. Mut zum Innovieren.

Was macht Mentoring wirksamer als ein klassisches Führungskräftetraining?

Ein klassisches Führungskräftetraining besteht oft aus drei Tagen in irgendeinem Seminarraum. Danach fällt man wieder in den normalen Arbeits- oder Führungsalltag hinein. Man schaut vielleicht noch zweimal in seine Unterlagen und stellt nach einigen Monaten fest, dass man nur ein oder zwei Dinge tatsächlich umgesetzt hat.

X-Mentoring ergänzt ein Führungskräftetraining dort, wo es um konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag geht. Es geht nicht nur um Wissen, sondern es begleitet persönliche Veränderung. Dieser Ansatz ist viel nachhaltiger

Welche Fähigkeiten oder Kompetenzen sollte ein guter Mentor haben?

Ein guter Mentor sollte über viel Erfahrung verfügen und dieses gern weitergeben, ohne das eigene Ego in den Vordergrund zu stellen. Gleichzeitig brauche ich ein Gespür dafür, wo Schmerzpunkte und persönliche Hemmnisse beim Mentee liegen. Und Flexibilität: Nicht jeder Lösungsweg passt zu jedem Mentee. Deshalb muss ich gemeinsam herausarbeiten, was für diese Person tatsächlich umsetzbar ist.

In welchen Situationen konntest du deine Mentees in der neuen Rolle vom Mitarbeiter zur Führungskraft unterstützen?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine intensive Begleitung durch eine Deeskalation. Eine Führungskraft war in einem hochemotionalen Konflikt mit einem Mitarbeitenden. Wir haben geschaut: Welche Optionen bieten sich an? Was ist nur theoretischer Natur und was ist tatsächlich umsetzbar? Dabei ging es auch um Kommunikation. In einer eskalierten Situation macht es einen Unterschied, wie etwas gesagt wird. Dabei ging es nicht darum, sofort eine plakative Lösung auf den Tisch zu legen, sondern Optionen durchzuspielen.

Warum sollten Unternehmen ihre Führungskräfte in ein Crossmentoring schicken?

Das ist der individuellste Weg, Führungsqualitäten bei Mitarbeitenden zu entwickeln. Individuell deshalb, weil er eine objektive Reflexion beinhaltet. Wenn ich als Führungskraft oder Geschäftsführung selbst versuche, Führungsqualitäten bei

Mitarbeitenden zu entwickeln, hat das immer einen subjektiven Einschlag. Damit ist X-Mentoring für Mentees der deutlich bessere Weg, weil ein geschützter Raum entsteht, in dem sie frei kommunizieren können.

Wenn du X-Mentoring mit einem Satz beschreiben würdest ...

Eine Perspektive von außen. Eine nachhaltige Entwicklung. Und ein geschützter Raum.