Führung ist kein Status. Führung ist Arbeit mit Menschen.

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Andreas Fobbe ist Vice President und Country Group Manager für Südwesteuropa. Er begleitet internationale Vertriebsgesellschaften und führt Teams über Ländergrenzen hinweg. Seine Laufbahn begann mit einer technischen Ausbildung, später kamen Konstruktion, internationale Automobilprojekte und Führungsverantwortung hinzu.

 

Im X-Mentoring gibt er weiter, was für ihn gute Führung ist: Verbindlichkeit, Einfühlungsvermögen und klare Haltung ohne Herumeiern.

Wie bist du zum X-Mentoring gekommen, und warum bist du geblieben?

Ich bin eher durch Zufall dazu gekommen. Bei einer Einführungsveranstaltung meiner Mitarbeiterin wurde noch ein Mentor gesucht. Wenn man zurückdenkt, wie man selbst angefangen hat, wurde man oft ins kalte Wasser geworfen. Es hieß einfach: „Mach mal.“

Heute möchte ich meine positiven und negativen Erfahrungen an eine neue Generation weitergeben. Die Mentees sollen nicht die gleichen Fehler machen müssen und auf ihre Rolle vorbereitet sein. Und inzwischen bin ich bereits seit 9 Jahren dabei.

Was macht Mentoring wirksamer als ein klassisches Führungskräftetraining?

Drei Lehrgänge zu besuchen, reicht nicht aus. Im Mentoring kommt es sehr individuell auf den Mentee an. Manche wissen noch gar nicht, wohin sie wollen. Andere wissen es, aber nicht, wie sie es anpacken sollen. Oft muss man erst den großen Oberpunkt herausfinden. Danach bin ich ein bisschen wie ein Fahrlehrer: Ich lasse fahren, korrigiere und greife nur ein, wenn es nötig ist.

Was würdest du Menschen für ihren Führungsweg mitgeben?

Führung ist kein Titel. Führung ist Arbeit mit Menschen. Man sollte wirklich führen wollen, nicht wegen des Status, sondern weil einem Führung Spaß macht. Ich habe erlebt, dass jemand plötzlich acht Mitarbeitende hatte. Da habe ich gesagt: „Du weißt schon, dass 50 Prozent deiner Zeit jetzt Führung ist?“ Da merkt man sehr schnell: Führung macht man nicht nebenbei. Man muss sich bewusst entscheiden, diese Verantwortung wirklich übernehmen zu wollen.

Nimmst du als Mentor auch selbst etwas mit?

Wenn ich etwas an Mentees weitergebe, denke ich manchmal: Das könnte ich selbst eigentlich gründlicher machen. Das Mentoring ist wie eine Erinnerung. Mir fällt wieder ein, was ich mir selbst vorgenommen hatte und was vielleicht im Sande verlaufen ist.

Ich rekapituliere dadurch noch einmal für mich selbst.

Gab es eine Situation, in der dein Blick von außen besonders geholfen hat?

Ein Mentee sollte zusätzlich ein polnisches IT-Team übernehmen und hatte den Eindruck, dass die Kollegen abblocken. Ich habe ihn gefragt: „Warst du denn schon einmal dort?“ Mein Rat war, hinzufahren und persönlich mit ihnen zu sprechen. Nicht alles lässt sich über Videocalls klären. In der Kaffeepause oder beim gemeinsamen Abendessen bekommt man auch zwischen den Zeilen viel mit. Später sagte er: „Die fachlichen Probleme sind noch nicht weg. Aber die Kommunikation untereinander ist deutlich besser geworden.“

Wenn du X-Mentoring mit einem Satz beschreiben würdest …

X-Mentoring macht Spaß und bringt einen in der Persönlichkeit weiter.